Elektriker - Kosten, typische Arbeiten und wann sich ein Profi lohnt
- 1. Was kostet ein Elektriker?
- 2. Stundensätze nach Qualifikation
- 3. Typische Elektrikerarbeiten
- 4. Lampen & Beleuchtung installieren
- 5. Steckdosen, Schalter & Dimmer
- 6. Sicherungskasten & Stromkreise erneuern
- 7. Netzwerk, Smart-Home & Multimedia
- 8. Wallbox / E-Ladestation installieren
- 9. Aussenbeleuchtung & Gartenstrom
- 10. Neue Elektroinstallation
- 11. Reparaturen & Störungen im Notfall
- 12. Kostenbeispiele aus der Praxis
Elektriker übernehmen weit mehr als das Aufhängen einer Lampe. Sie sorgen dafür, dass deine Elektroinstallation sicher, normgerecht und zukunftsfähig ist – egal, ob du eine neue Steckdose brauchst, einen Smart-Home-Umbau planst oder eine komplette Sanierung ansteht. In diesem Ratgeber erfährst du, was Elektriker in der Schweiz kosten, welche Arbeiten wie viel kosten und worauf du bei der Wahl des richtigen Fachbetriebs achten solltest.
Was kostet ein Elektriker?
Elektrikerarbeiten gehören zu den wichtigsten Gewerken im Haus – von kleinen Reparaturen bis zu kompletten Elektroinstallationen. Die Kosten hängen stark vom Stundensatz, der Qualifikation und dem Einsatz von Messgeräten ab. Hier erhältst du einen schnellen Überblick über typische Preise und was dahintersteckt.
Stundensätze je nach Qualifikation
Elektriker / Montageelektriker / Elektroinstallateur
Elektriker verrechnen je nach Region und Qualifikation CHF 100 – 120 pro Stunde. Montageelektriker sind üblicherweise etwas günstiger, Elektroinstallateure für komplexere Arbeiten etwas teurer. Höhere Stundensätze ergeben sich durch Erfahrung, zusätzliche Sicherheitsausbildungen oder anspruchsvolle Mess- und Prüfaufgaben.
Maschinen- & Messgeräte-Einsatz
Für Prüfgeräte, Messinstrumente oder Spezialwerkzeuge können zusätzliche Kosten anfallen. Typisch sind CHF 10 – 30 Pauschale, z. B. für Isolationsmessungen, Fehlerstrommessungen oder Leitungsprüfungen. Bei komplexeren Diagnosearbeiten können weitere Zuschläge entstehen.
Typische Ranges & wann was nötig ist
● Kleine Arbeiten (Lampe, Schalter, Steckdose): CHF 200 – 300 gesamt
● Mittelgrosse Arbeiten (mehrere Punkte wechseln): CHF 500 – 800
● Fehlersuche / Störungsdienst: CHF 100 – 120 pro Stunde inkl. Zuschlägen
Sobald Sicherheit relevant ist (Starkstrom, FI/LS, Unterverteilungen), sollte immer ein qualifizierter Elektroinstallateur eingesetzt werden.
Was beeinflusst den Stundensatz?
Der Stundensatz hängt stark von Qualifikation, Region, Werkstatt-Infrastruktur und Projektkomplexität ab. In Städten und der Zentralschweiz sind die Preise meist höher als auf dem Land. Auch Notfalleinsätze, Spezialanfahrten oder Arbeiten unter Zeitdruck können die Kosten erhöhen, weil mehr Personal oder spezielle Messgeräte benötigt werden.
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Typische Elektrikerarbeiten und was sie kosten
Elektriker decken ein breites Spektrum ab – von kleinen Montagen bis zu kompletten Neuinstallationen. Entscheidend ist immer: Was kostet die jeweilige Arbeit wirklich – und wann ist ein Profi sinnvoll? Die folgenden Kategorien geben dir einen klaren Überblick.
Lampen & Beleuchtung installieren
Eine Lampe aufzuhängen scheint einfach – bis alte Leitungen, bröselige Fassungen oder fehlende Anschlüsse ins Spiel kommen. Ein Elektriker sorgt für eine sichere Montage und prüft gleich, ob der Stromkreis intakt ist.
Kosten:
● Einfache Lampen: ca. CHF 200 – 250
● Komplexe Modelle wie Kronleuchter: ca. CHF 300 – 400
Wann ist ein Elektriker sinnvoll? Immer, wenn alte Installationen vorhanden sind oder schwere / komplexe Leuchten montiert werden.
Steckdosen, Schalter & Dimmer
Neue Steckdosen oder Schalter sind schnell gesetzt – vorausgesetzt, die Verteilerdose ist geeignet und die Leitung nicht beschädigt. Dimmer benötigen zudem kompatible Leuchtmittel und korrekt abgesicherte Stromkreise.
Kosten:
● Pro Steckdose: CHF 40 – 60
● Pro Schalter / Dimmer (ohne Material): CHF 70 – 90
Wann sinnvoll? Immer dann, wenn du zusätzliche Anschlüsse brauchst oder alte Schalter ersetzt werden sollen.
Sicherungskasten & Stromkreise erneuern
Veraltete Sicherungen, fehlende FI/LS-Schutzschalter oder überlastete Stromkreise sind Sicherheitsrisiken. Ein Elektriker prüft die Leitungen, plant neue Stromkreise und modernisiert den Sicherungskasten.
Kosten:
Stark variierend – typischerweise CHF 1’000 – 3’000 je nach Umfang, Anzahl Stromkreise & Absicherungen.
Wann sinnvoll? Bei Renovationen, bei Leistungserhöhungen (z. B. neue Küche) oder wenn Sicherungen häufig auslösen.
Netzwerk, Smart-Home & Multimedia
Vom WLAN-Repeater bis zum kompletten Smart-Home-System: Elektriker übernehmen Verkabelung, Installation von Access Points, Steuerzentralen und Multimedia-Verteilern.
Kosten:
● Kleine Setups: CHF 300 – 1’000
● Komplexe Smart-Home-Systeme: CHF 1’500 – 5’000
Wallbox / E-Ladestation installieren
Für private Ladepunkte ist ein Elektriker Pflicht – aufgrund der hohen Ströme und der Meldepflicht beim Netzbetreiber. Der Profi prüft auch den Hausanschluss und installiert nötige Absicherungen.
Kosten: CHF 1’500 – 2’500, je nach Leitungsweg, Absicherung & Hersteller.
Aussenbeleuchtung & Gartenstrom
Gartensteckdosen, Pollerleuchten, Bewegungsmelder oder Terrassenbeleuchtung erfordern wetterbeständige Leitungen und FI-Schutz.
Kosten: meist CHF 500 – 1’500, je nach Länge der Kabelwege und Anzahl Leuchten.
Neue Elektroinstallation (Umbau / Neubau)
Bei Renovationen oder Neubauten werden Leitungen komplett neu gezogen, Stromkreise geplant, Schalterprogramme montiert und Beleuchtungskonzepte umgesetzt.
Kosten:
Beim Neubau: CHF 150 – 250 pro m²
Typisches EFH bei Sanierungen: CHF 20’000 – 50’000
Wann sinnvoll? Bei älteren Häusern (>30 Jahre), Energieoptimierungen oder Modernisierung.
Reparaturen & Störungen (Notfall)
Kurzschlüsse, defekte Leitungen oder schmorende Steckdosen erfordern einen Soforteinsatz. Notfallpauschalen fallen oft zusätzlich an.
Kosten: CHF 200 – 300 pro Einsatz, je nach Tageszeit und Aufwand.
Kostenbeispiele aus der Praxis
Neue Beleuchtung in einer 3-Zimmer-Wohnung installieren
Wenn du eine komplette Grundbeleuchtung erneuern willst (z. B. 6–8 neue Lampen, teils Decke, teils Wände), kostet das in der Regel CHF 1’000 – 1’500. Der Elektriker prüft die bestehenden Anschlüsse, ersetzt alte Lüsterklemmen, montiert alle Leuchten und stellt sicher, dass alles normgerecht funktioniert.
Komplexere Lampen (Pendelleuchten, grosse Deckenpanels oder Designlampen) erhöhen den Aufwand, genauso wie das Bohren in Beton oder Schwierigkeiten beim Zugang.
Mehr über Beleuchtung erfährst du auch in unserem Artikel zur Innenbeleuchtung & Renovation (falls vorhanden).
Steckdosen & Schalter ersetzen (inkl. Dimmer)
Für eine typische Renovation mit 5–8 Steckdosen, 3–4 Schaltern und 1–2 Dimmern solltest du mit CHF 1’000 – 1’500 rechnen. Der Preis ergibt sich aus Montagezeit, Materialkosten und einer Kleinmaterial-Pauschale.
Die Arbeiten sind schnell erledigt, aber der Elektriker muss jeden Anschluss öffnen, kontrollieren und normgerecht neu verdrahten. Wenn du ohnehin Lampen installieren lässt, lohnt es sich, diese Arbeiten zu bündeln — so verteilen sich die Fixkosten optimal.
Wallbox für E-Auto installieren (11 kW)
Eine professionelle Installation einer privaten Wallbox kostet in der Schweiz meist CHF 1’500 – 2’500, abhängig von der Leitungsführung, Absicherung und Länge des Kabels. Muss eine neue Leitung vom Sicherungskasten bis zum Parkplatz gezogen werden oder ein zusätzlicher FI/LS-Schutz installiert werden, steigt der Aufwand entsprechend.
Der Vorteil vom Profi: korrekte Leistungsauslegung, normgerechte Erdung und geprüfte Sicherheit.
Mehr dazu findest du in unserem eigenen Artikel zur E-Ladestation installieren (falls vorhanden).
Elektroinstallation im Umbau eines älteren Einfamilienhauses
Ein typischer Umbau (z. B. neue Küche, neue Räume, zusätzliche Steckdosen, Beleuchtung, Netzwerkkabel) bewegt sich meist zwischen CHF 15’000 – 30’000.
Der Preis hängt stark von der Gebäude-Substanz, der Zugänglichkeit alter Leitungen und dem gewünschten Standard ab. Smart-Home-Systeme, LED-Einbau-Spots oder zusätzliche Stromkreise treiben die Kosten hoch.
Besonders teuer wird es, wenn Leitungen vollständig ersetzt werden müssen oder die alte Installation nicht mehr den heutigen Sicherheitsvorschriften entspricht.
Elektriker kommen lassen oder selbst machen?
Viele Hausbesitzer möchten einfache Elektroarbeiten selbst erledigen, um Zeit und Geld zu sparen. Doch im Gegensatz zu Maler- oder Schreinerarbeiten gibt es im Elektrobereich strenge gesetzliche Vorgaben – und gute Gründe dafür: Strom bleibt immer ein Sicherheitsrisiko. Hier erfährst du klar und praxisnah, wo DIY erlaubt ist, wo es gefährlich wird und wann ein Profi unverzichtbar ist.
Was du selbst machen darfst
Einige wenige Aufgaben gelten als ungefährlich und dürfen ohne Fachperson ausgeführt werden. Dazu zählen das Wechseln von Lampenschirmen, das Montieren einer Leuchte ohne Eingriff in die feste Installation (wenn ein funktionsfähiger Anschluss vorhanden ist) oder das Austauschen von Glühbirnen. Auch das Montieren von Smart-Home-Geräten, die einfach eingesteckt werden, ist erlaubt. Wichtig: Sobald du Drähte lösen oder klemmen musst, ist es kein DIY-Projekt mehr.
Was gesetzlich nur Elektriker dürfen
Alle Arbeiten an der festen Elektroinstallation sind in der Schweiz streng geregelt.
Das heisst:
● Steckdosen installieren oder ersetzen
● Lichtschalter und Dimmer anschliessen
● Sicherungskasten öffnen
● Leitungen ziehen oder verlängern
● FI/LS-Schalter einbauen
● Wallbox oder Aussenstrom erschliessen
Diese Arbeiten dürfen ausschliesslich konzessionierte Elektriker ausführen. Grund: Fehlverkabelungen sind brandgefährlich und können im Ernstfall sogar den Versicherungsschutz gefährden.
Risiko- & Kostenvergleich DIY vs. Profi
Do-It-Yourself wirkt auf den ersten Blick günstiger, birgt aber hohe Risiken: Kurzschlüsse, Schmorstellen oder falsch abgesicherte Leitungen erkennt man oft erst, wenn es zu spät ist. Ein Elektriker arbeitet normgerecht, prüft die Installation und übernimmt die Haftung. Finanziell lohnt sich der Profi meist ebenfalls – denn bei Kleinaufträgen kann der Elektriker mehrere Aufgaben in einem Termin bündeln, was die Gesamtkosten senkt. Für alles, was über reines Austauschen ohne Kabelarbeit hinausgeht, ist der Profi klar die sicherere und langfristig günstigere Wahl.
Wann sich ein Elektriker wirklich lohnt
Elektrikerarbeiten wirken oft klein und unkompliziert, doch schon ein falsch gesetzter Anschluss kann teure Folgeschäden oder sogar gefährliche Situationen verursachen. Ein Profi lohnt sich deshalb immer dann, wenn es um 230-V-Anschlüsse, neue Leitungen, Sicherungskästen oder komplexe Systeme wie Smart-Home oder Ladestationen geht. Für kleinere, einfache Aufgaben kannst du zwar selbst Hand anlegen – aber sobald Unsicherheit besteht, ist der Elektriker die sicherste Wahl. Mehrere Offerten zu vergleichen spart zusätzlich Geld und sorgt dafür, dass du ein Angebot bekommst, das zu deinem Projekt passt.
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